Essay über Fraktale

Fraktale, Gebilde der Selbstähnlichkeit. Eine unendliche Zahl an wieder erkennbaren Farben und Formen. Wer sich auf die Suche begibt wird finden. Wirklich? Und was? Wird er sich verlieren in der unendlichen Dimension der Formeln? Wer hat es nicht schon erlebt, immer tiefer zu zoomen, sehen, was dahinter ist? Was sind Farben und Formen? Sind sie sichtbar gewordene Gefühle? Ja, alle Maler wissen, dass sie mit ihren Bildern etwas bewegen, die Gefühle des Betrachters kitzeln können. Nur gibt es einen Unterschied, der Maler malt sein Bild, um etwas zu schaffen, um seine Kreativität zu befriedigen, um seine Gedanken, Träume, Fantasien sichtbar zu machen. Was ist mit den Fraktal-Künstlern? Ein schönes, farbliches und interessantes Fraktal zu finden ist genau so schwierig wie ein Bild zu komponieren. Nur das Motiv, sich auf die Suche nach einem Fraktal zu begeben ist ein anderes, als ein Gemälde anzufangen. Sind Fraktal-Künstler Jäger? Immer auf der Jagt nach dem nächsten Gebilde? Oder vielmehr Sammler? Wer gibt sich denn schon mit einem Fraktal zufrieden, wo doch schon die nächsten darauf warten entdeckt zu werden?

Weshalb sind Fraktale für uns so faszinierend?
Chaos… nichts bleibt… alles verändert sich… Bewegung… wohin? Die Menschen halten fest an dem, was sie kennen, was sie gewohnt sind. Sie wollen wissen, wissen, was geschehen wird, was sie jetzt, gleich, in Zukunft tun werden. Chaos macht Angst. Wen überrascht es also, dass viele Menschen viel Energie und Zeit brauchen, um jegliches Chaos zu vermeiden. Dazu zählt die Suche nach Sicherheit und Ordnung, nach einem geregelten, überschaubaren System. Auch im Chaos herrschen Gesetzte, die Ordnung bringen. 
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